Geschichte

Geschichte

  

Die griechische Mythologie bezieht sich oft auf Chalkidiki : Auf Kassandra ist der Riese des Erdbebens „Egelados“ begraben. Athos wiederum wurde aus dem Felsen gebildet, den der gleichnamige Riese gegen die Götter geworfen hat. Aber auch Sithonia verdankt Ihren Namen Sithona, dem Sohn Poseidons.

Mythen, konnte jemand sagen. Sie spielen jedoch auf den seit alten Zeiten gestarteten Versuch an, die Eigenartigkeiten dieses Landstrichs zu definieren. Die wissenschaftliche Forschung hat jedenfalls gezeigt, dass die Geomorphologie der palaondologischen Chalkidiki ganz anders als die heutige aussah. Anders war auch sicher die Pflanzen– und Tierwelt.

Die versteinerten Knochen elefantenartiger und anderer ausgestorbener Arten, die in Nikiti , in Vrasta , in Triglia und an anderen Stellen gefunden wurden, sind Zeugen einer anderen Epoche, die das menschliche Geschlecht wahrscheinlich nie gesehen hat.

Ebenfalls haben die Funde in der Höhle von Petralona bewiesen, dass die Anwesenheit der Menschen 700.000 Jahre ubersteigt, während der Schädel des Urmenschen auf ca. 200.000 Jahre berechnet wird. Einrichtungen einer organisierten Gesellschaft haben wir auf Chalkidiki seit 4.000 v. Chr. und ihre älteren Einwohner waren die Thraken und Pelasger.

 

 

  

Im 8. J. v. Chr. erreicht eine Masse von Einwohnern die Gegend, die hauptsächlich aus Chalkida (daher auch Chalkidiki ) und Eretria kam. Im 5. J. v. Chr. sind ihre wichtigsten Städte: Aenea, Gigonos, Lipaxos, Potidea, Sani, Mendi, Skioni, Aige, Neapolis, Afitis, Olynthos, Sermili, Galipsos, Toroni, Sarti, Sigos, Piloros, Dion, Kleone, Olophyxos, Akanthos, Stagira, Apolonia, Arnea, Anthemus .

Viele von ihnen bilden die Weiterführung prahistorischer Wohngegenden, die an der selben Stelle existierten. Am Ende des 5. J. v. Chr. grunden die 32 wichtigsten Städte unter der Herrschaft von Olynthos „die Chalkidische Union“, die 379 v. Chr. von den Spartanern aufgelöst wurde. 348 v. Chr. schlie?t Phillip das Gebiet ins Mazedonische Reich mitein. Während der Hellenistischen Epoche werden drei große Städte gegründet: Kassandria (315 v. Chr.), Ouranoupilis (315 v. Chr.) und Antigonia (in der Mitte von Kalamaria 280 v. Chr.). 168 v. Chr. fällt sie in die Hände der Römer und zerfällt, da ihre Städte hauptsächlich an römische Händler gelangten.

Das Christentum muss Chalkidiki 50 n. Chr. angenommen haben (damals also als Apostel Paulus auf seinem Weg von Philippous nach Thessaloniki an Apollonia vorbeigekommen ist). In den christlichen Jahrhunderten wird sie sehr oft zerstörerisch befallen wie z. B. von den Götten (269), den Hunnen (im 6. J.) und den Katalanen (1307). Im 9. J. organisiert sich der Monchsstaat des Heiligen Bergs Athos. 855 setzt Vassilios der Erste der Mazedonier eine goldene Bestimmung auf „von nun an sollen die Mönche in Ruhe und Frieden leben“ bis ans Ende der Zeit. Während des 10. J. konzetnieren sich eine Menge Klostersitze rund um Karies . 963 wird das Kloster der M. Lavra gebaut und anschließend die restlichen 19 Klöster.

Seither bildet der Heilige Staat eine eigenstandige Welt. Als Ort des Mysteriums, der harten Askese und der geistigen Orientierung konnte er seine wertvollen Schätze durch die Zeit retten, die griechisch–christliche Bildung pflegen und bei der Erhaltung des Nationalbewusstseins beitragen in den für das Volk schweren Zeiten. Nach dem 10. J. ging der großte Teil des kultivierten Landes in die Hände der Agioriten über (der Bewohner des Heiligen Berges) („Metochia“). Weiter entstanden von Siedlungen der Koligen (Leibeigene) der Klöster viele neue Dörfer, die sich neben den bereits dagewesenen entwickelten.

Nach dem 12. J. im Rahmen der damaligen Führungsreform teilte sie sich in die Bezirke Kapetanikia Kalamaria, Ermilia, Ierisso, Kassandria und Logo . Mitte des 14. J. wurde ein großer Teil Chalkidikis dem serbischen Staat annektiert, während vor der Unterwerfung durch die Türken Kassandra und auch andere Küstengebiete sich unter venezianischer Herrschaft befanden.

 

        

 

1430 würde sie von den Türken unterworfen und Teil des Sandzakiou (Steuerbereichs) von Thessaloniki . Sie würde in drei Steuerbezirke unterteilt: der Kassandra –bis an die natürlichen Grenzen der Halbinsel reichend, der Chasikochoria , die das ganze kultivierte Land und die zahmen Berge bis zum Toroneo und Thermaischen Golf reichen, und schließlich der Mantemochoria . Der Heilige Berg bildete natürlich eine separate Gegend.
Trotz der speziellen Pivilegien jedes Bezirks, litten die Chalkidikioten während der Sklavenzeit –wie auch die übrigen Griechen– unter der Willkur der tyranischen Macht. Doch sie brachten es fertig, sowohl ihren Glauben nicht zu verlieren als auch ihr Nationalbewußtsein zu erhalten. Ende des 18. J. weisen alle Bezirke eine Entwicklung auf (Anstieg der Weizenproduktion, Seidenraupenzucht, Viehzucht). Wegen dieses Wohlstandes müssen sich die Kustendörfer mit Übergriffen von Piraten auseinandersetzen.
Die Pyli (Fuhrungsort) vertraut den Mandemochoria , den 12 großen Dörfern der Gegend –der sogenannten „Mademischen Union“– 1775 sogar das Schopfen der Silberbergwerke an und so entsteht eine weitreichende Bergwerksvereinigung mit getrennter eigener Gemeindeführung.
Im Mai 1821 stand Chalkidiki unter der Führung Emmanuil Pappas ohne Erfolg auf und mit dem Resultat ihrer absoluten Zerstorüng. Sie erlangt jedoch ihre Kräfte wieder und 1854 wird sie erneut von einer Revolution erschüttert unter dem Tsiami Karataso.
Ein revolutionärer Wind wehte auch 1878, doch die Türken nahmen rechtzeitig Vorbeugungsmaßnahmen und die Bewegung wurde aufgehoben. Anfang des 20. J. nimmt Chalkidiki am Mazedonischen Kampf teil. Viele Chalkidikioten sind nicht nur Teil der verschiedenen Truppen der „Makedonomachen“ (Mazedonienkämpfer), sondern bilden selber kleinere Truppen und kämpfen gegen die „Komitatzides“ (Gegner). Die vielersehnte Freiheit kommt letztendlich im Oktober 1912.
1922 schließlich beginnt mit der Ansiedlung tausender Flüchtlinge Kleinasiens eine neue Phase in der Geschichte von Chalkidiki . Neben den einheimischen Dörfern stampften 27 neue aus dem Boden, deren Beitrag in der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Chalkidikis sehr wichtig ist.